Verstrahlte Geschichte – die Schicksale der Frauen im Manhattan-Projekt

19.11.2025

Die Physik-Kurse der EF besuchten im MExLab Physik der Universität Münster einen Workshop, der sich mit der Rolle der Frauen im berühmten Atomforschungsprojekt Manhattan-Projekt beschäftigte.

Der Film „Oppenheimer“ war in aller Munde und viele Menschen haben ihn gesehen. Dabei mag man sich gewundert haben, warum Lise Meitner und die anderen Frauen, die am Manhattan-Projekt beteiligt waren, darin nicht erwähnt werden. Im Workshop haben die Schülerinnen und Schüler mit Frau Dr. Klein-Bösing und Herrn Becker die Physik, die beteiligten Frauen und die Auswirkungen des Atombombenbaus näher betrachtet.

Sie erfuhren, dass die Pazifistin Lise Meitner mit ihren Erkenntnissen zur Kernspaltung die entscheidende Deutung gelang, die Otto Hahn nicht erklären konnte. Ironischerweise war es jedoch Hahn, der für die Entdeckung der Kernspaltung den Nobelpreis erhielt, während Meitner Jahre später den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik erhielt.

Nach einer kurzen Einführung in das Manhattan-Projekt, dem militärischen Atomforschungsprojekt der USA mit rund 150.000 Beteiligten und vielen renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, erhielten die Teilnehmenden Informationen zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945. Trotz ihrer wichtigen Beiträge wurden die Frauen des Manhattan-Projekts oft aus der Geschichtsschreibung ausgeschlossen.

Die Schülerinnen und Schüler nahmen Podcasts auf, in denen sie fünf Wissenschaftlerinnen (Katharine „Kay“ Way, Lilly Hornig, Naomi Livesay, Leona Woods, Floy Agnes Lee) interviewten, die eine entscheidende Rolle im Projekt spielten, auch wenn sie oft übersehen wurden. Sie diskutierten, woran diese Frauen geforscht haben, was sie über den Atombombenabwurf dachten und welche Tätigkeiten sie nach dem Krieg und dem Projekt verfolgten.

Anschließend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Informationen zum Bau einer Atombombe und untersuchten experimentell das exponentielle Verhalten radioaktiver Zerfälle mit Würfeln.

Zusätzlich erhielten sie Einblicke in die Arbeit an Beschleuniger-Experimenten von der Master-Studentin Luisa, die am Kernforschungszentrum CERN forscht. Dies verdeutlichte, wie sich die Bedingungen im Vergleich zu damals verändert haben, denn das CERN wurde vor 70 Jahren als Friedensprojekt gegründet, um exzellente Forschung in Europa zu fördern und die friedliche Zusammenarbeit zwischen den Nationen zu stärken.

von Dr. Melanie Klein-Bösing