Europatag: Sozialwissenschaftskurse diskutieren über Flucht und Migration

19.06.2026

Anlässlich des Europatages besuchten die Schülerinnen und Schüler der Sozialwissenschaftskurse der Einführungsphase (EF) des Gymnasium Paulinum das Cinema und sahen dort den Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand“.

Der Film der Regisseure Max Ahrens und Maik Lüdemann beleuchtet die europäische Migrations- und Asylpolitik der vergangenen Jahre. Anhand von eindrucksvollen Aufnahmen aus der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer, Berichten von Geflüchteten sowie Interviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Politikerinnen und Politikern sowie Aktivistinnen und Aktivisten zeichnet der Dokumentarfilm nach, wie sich der gesellschaftliche und politische Umgang mit Flucht und Migration verändert hat. Dabei werden die Folgen der europäischen Abschottungspolitik ebenso thematisiert wie die humanitären Herausforderungen an den Außengrenzen Europas. Der Film versteht sich als engagierter Diskussionsbeitrag und regt dazu an, über Verantwortung, Menschenrechte und mögliche Perspektiven einer europäischen Flüchtlingspolitik nachzudenken.

Im Anschluss an die Vorführung hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, mit Vertreterinnen der „Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V.“ sowie der Hochschulgruppe von Amnesty International ins Gespräch zu kommen. Die Diskussion zeigte, dass der Film die Zuschauerinnen und Zuschauer nachhaltig beschäftigte. Neben Fragen zum Inhalt und zu den dargestellten politischen Entwicklungen wurde auch kritisch darüber gesprochen, an welchen Stellen der Film bewusst Position bezieht und welche Perspektiven möglicherweise zu kurz kommen. Darüber hinaus standen Fragen nach einer gerechten Verteilung von Verantwortung innerhalb Europas, der Einhaltung der Menschenrechte sowie nach Möglichkeiten einer langfristigen und solidarischen Migrationspolitik im Mittelpunkt.

Der Kinobesuch bot somit nicht nur einen eindrucksvollen Einblick in ein aktuelles europapolitisches Thema, sondern förderte zugleich die kritische Auseinandersetzung mit einer der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

von Dr. Marc Kleine