„Der Krug ist zerbrochen“ – Literaturkurs inszeniert Kleist
Mit „Der Krug ist zerbrochen“ brachte der Literaturkurs der Marienschule und des Gymnasium Paulinum unter der Leitung von Martin Schawe Heinrich von Kleists Gerichtsdrama auf die Bühne. Dabei beschränkte sich die Aufführung nicht auf die Wiedergabe des Originals, sondern setzte sich auf vielfältige Weise mit dessen Themen auseinander und stellte Bezüge zur Gegenwart her.
Im Mittelpunkt stand die Frage nach Macht und ihrem Missbrauch. Die Inszenierung machte deutlich, dass die im Stück verhandelten Themen auch heute noch relevant sind. Insbesondere die Aspekte Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung wurden von den Jugendlichen behutsam und nachvollziehbar in einen modernen Kontext übertragen. Dadurch erhielt der Klassiker eine Aktualität, die zum Nachdenken anregte.
Schauspielerisch wuchsen die Schülerinnen und Schüler dabei über sich hinaus. Mit großer Ausdruckskraft, Spielfreude und bemerkenswerter Präsenz füllten sie ihre Rollen aus. Neben Originalszenen aus KleistsDrama wurden auch selbst verfasste Texte präsentiert. Rollenbiographien und eigens geschriebene Dialoge zwischen Heinrich von Kleist und einem fiktiven Moderator eröffneten zusätzliche Perspektiven auf das Werk und sorgten für abwechslungsreiche Übergänge.
Ein zentrales Gestaltungselement war der Krug selbst. In unterschiedlichen Formen und Zuständen wurde er immer wieder projiziert und wurde so zum Symbol für die Brüche und Verletzungen, die sowohl das Stück als auch gesellschaftliche Missstände prägen.
Auch die technische Umsetzung durch die Technik AG unter der Leitung von Jörg von Wensierski trug zum Gelingen der Aufführung bei. Musik, Visualisierungen, Lichtgestaltung und weitere Effekte ergänzten die schauspielerischen Leistungen sinnvoll und fügten sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Das Publikum dankte den Beteiligten am Ende mit anhaltendem Applaus. Die Aufführung zeigte, wie ein klassischer Text durch kreative Ideen und eigene Beiträge junger Menschen neue Zugänge eröffnen kann und dabei seine Relevanz für die Gegenwart bewahrt.
von Martin Schawe
Und hier kommt der digitale Hut:

Im Vorfeld wurden keine Karten verkauft und deshalb können nun alle Zuschauer, denen es gefallen hat, und alle anderen, die z.B. gerne gekommen wären, auf folgendes Konto unter dem Stichwort „Krug“ spenden:
Förderverein Gymnasium Paulinum e.V.
IBAN DE 39 4005 0150 0000 2941 40


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